Fachtagung Digitalisierung 2026

Fachtagung Digitalisierung 2026: Wer nicht klickt, ist raus?! Digitale Teilhabe im Alter in der Erwachsenenbildung neu denken

Dienstag, 27.10.2026  10:30 – 16:00 Uhr im Freizeitheim Vahrenwald, Hannover - 39,00 EUR (inkl. Imbiss)

Digitale Teilhabe im Alter entsteht nicht von selbst – sie wird gestaltet. Neben der öffentlich geförderten Erwachsenenbildung spielen auch kommunale Angebote oder Seniorenbeiräte eine wesentliche Rolle: Sie schaffen niedrigschwellige Lernräume, begleiten ältere Menschen im Umgang mit digitalen Werkzeugen und machen komplexe Entwicklungen wie KI verständlich. Gleichzeitig zeigt die Praxis, wo Grenzen erreicht sind und wo neue Kooperationen, Formate und Impulse notwendig werden.

Die Fachtagung Digitalisierung 2026 nimmt diese Herausforderungen auf und zeigt, wie Einrichtungen und Projekte digitale Teilhabe im Alter heute schon ermöglichen – und wohin sich die Bildungsarbeit weiterentwickeln kann. Wissenschaftliche Beiträge, Projekt‑Pitches und praxisnahe Workshops bieten Inspiration für die eigene Arbeit, geben Orientierung in aktuellen technologischen Entwicklungen und eröffnen Raum für Vernetzung.

Ziel der Tagung ist es, zusammenzuführen, was digitale Teilhabe im Alter stärkt: pädagogische Expertise, praktische Erfahrungen, neue Ideen und tragfähige Kooperationen.

 

Tagungsablauf:

10:00 Uhr: Check‑In
10:30 Uhr: Begrüßung und Einführung (Mirko Pohl, NLM und Steffen Münch, AEWB)
10:45 Uhr: Wissenschaftlicher Input 

Digitale Teilhabe im Alter zwischen Kompetenz und Assistenz (Prof. em. Dr. Herbert Kubicek, Uni Bremen)

Vermittlungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zu Digitalkompetenzen für Senior/-innen unter besonderer Berücksichtigung des Projektes adFort (Prof. Dr. Christian Spoden, HS Emden/Leer)

anschließend Fishbowl-Diskussion (Moderation: Patrick Ney, Landeshauptstadt Hannover)

12:30 Uhr: Mittagspause mit Networking und Hands-on-Angebot „Alterssimulationsanzug“ (Wohnberatung der Region Hannover) 

13:15 Uhr: Projekt‑Pitches (Auswahl s.u.)  mit Austausch und Kaffee
14:00 Uhr: Workshopsessions (Auswahl s.u.)
15:30 Uhr: Summary und Abschlussrunde

15:45 Uhr: Ende der Veranstaltung

16:15 Uhr: An- und Abschlussevent: Besuch des Digital.KIOSK Hannover (max. 35 Teilnehmende)

 

Die Anmeldung ist hier in unserer Online-Datenbank möglich. 

Bitte geben Sie bei der Anmeldung zur Veranstaltung an folgende Infromationen an: 

  • Workshopwahl und ggf. einen Ersatzworkshop (Die Zuweisung zu den Workshops erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldung.)
  • Information über die Teilnahme am Besuch Digital.KIOSK Hannover (Die Anfahrt dorthin muss privat organisiert werden; die Gruppe fährt voraussichtlich mit ÜSTRA-Bus 100.)

     

Informationen zu den Vorträgen aus dem Wissenschaftlicher Input:

Nach der herrschenden Meinung liegt die geringe digitale Teilhabe älterer Menschen vor allem an geringen digitalen Kompetenzen. Um die zu verbessern, fördern Bund und Länder vor allem informelle Lernformen in sogenannten Erfahrungsorten, an denen überwiegend Ehrenamtliche Seniorinnen und Senioren zeigen, wie man mit einem Smartphone in Kontakt bleiben und Informationen suchen kann. Digitale Teilhabe erfordert heute allerdings wesentlich mehr, wie die Elektronische Patientenakte oder die Erledigung von Verwaltungsleistungen mit dem elektronischen Personalausweis zeigt. Regelmäßige Umfragen zeigen, dass in den letzten Jahren die digitalen Kompetenzen nicht entsprechend gestiegen sind. Der Vortrag schildert die aktuellen Ansätze, versucht die Gründe für die geringen Erfolge zu erklären und skizziert die Notwendigkeit eines diversifiziertes Lern- und Unterstützungsangebots angesichts der sehr unterschiedlichen körperlichen und geistigen Ressourcen von älteren Menschen von 60 bis weit über 90 Jahre. (Weitere Informationen: www.teilhabe65plus.digital)

Digitalkompetenzen, insbesondere internetbezogene Kompetenzen, werden zunehmend zur Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Im achten Altersbericht wurde jedoch ein Mangel an Angebots- und Trägerstrukturen sowie erfolgreich evaluierter Konzepte des Kompetenzaufbaus für ältere Menschen kritisiert. Dieser Beitrag liefert einen Einblick in die Entwicklung von Vermittlungs- und Beteiligungsformen bzw. Qualifizierungsmaßnahmen für Senior/-innen in Deutschland. Spezifische Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze werden darin skizziert. Der Fokus liegt auf dem laufenden Projekt „adFort“ (Hochschule Emden/Leer und Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen, DIE), welches adaptiv auf die Kompetenzprofile von Internetlots/-innen und Digitalpat/-innen ausgerichtete Trainingsangebote konzipiert und diese langfristig als Selbstlernmodule über die etablierte Weiterbildungsplattform wb-web (https://wb-web.de/) zur Verfügung stellen wird. (Weitere Informationen: https://digi-ebf.de/adfort

 

Förderhinweis adFort: Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) unter dem Förderkennzeichen 01JD2408A gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMBFSFJ dar. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

 

Die Pitches

Stefan Markus und Jannis Daum, Verband für sozial-kulturelle Arbeit Landesverband Bremen

Digital-Fit-60+ Netzwerk Stadt Bremen Kurzbeschreibung: Das Projekt vernetzt im Bremer Stadtgebiet mehr als 50 Lernangebote für ältere Menschen rund um Smartphone, Tablet, Laptop und Co. und macht sie in der Öffentlichkeit bekannter. Es bietet haupt- und ehrenamtlichen Akteur/-innen im Netzwerk Austausch-, Informations- und Qualifizierungsmöglichkeiten, um die digitale Teilhabe im Alter zu fördern. 

 

Förderhinweis: Das Projekt Digital Fit 60+ Netzwerk Stadt Bremen wird gefördert durch die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration (der Freien Hansestadt Bremen)

Katarzyna Dec-Merkle, Freizeitheim Vahrenwald, Landeshauptstadt Hannover

Die Schüler/-innen des 9. Jahrgangs einer weiterführenden Schule erklären für Seniorinnen und Senioren digitale Technik - egal ob Smartphone, Tablet oder Laptop. Im Rahmen des Lernformats werden die Jugendlichen zu Medienmentor*innen dank dem Verfahren Kompetenznachweis Kultur qualifiziert, einer Methode der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung.

 

Jörg Biehl und Helmuth Nagel, Ländliche Erwachsenenbildung im Lande Niedersachsen e.V.

Das DigiLand‑Projekt qualifiziert in einer ersten Phase Digital‑Lots/-innen nach dem EU‑Standard DigComp 2.2, mit zwei zwölfwöchigen Durchläufen (Abschluss des ersten im Dezember 2025, Start des zweiten im August 2026). In der zweiten Phase begleiten die neuen Lots/-innen ältere Menschen in kostenfreien DigiLand‑Treffs, um deren digitale Kompetenzen und Teilhabe praxisnah und empathisch zu stärken.

 

Förderhinweis: Im Rahmen des EU-Programms „BELL - Bildung und Engagement ein Leben lang“, entstand das Projekt „DigiLand“ der LEB in Niedersachsen e.V. Laufzeit bis März 2028.

Die Workshopauswahl:

Dr. Dennis Köthemann und Mariya Zhovnovska, vhs Gütersloh

„Wer nicht klickt, ist raus?!“ – Doch was heißt eigentlich klicken können, wenn Lernorte schwer erreichbar oder Hemmschwellen hoch sind? Digitale Teilhabe im Alter entsteht nicht durch Geräte, sondern durch Vertrauen, Beziehung und alltagsnahe Lerngelegenheiten. Die Digitale Probierstadt der vhs Gütersloh setzt deshalb auf ein aufsuchendes Format: Wir gehen dorthin, wo ältere Menschen sich ohnehin treffen – in Caférunden, Begegnungsstätten, Kirchengemeinden oder Nachbarschaftstreffs – und machen diese Orte temporär zu digitalen Erfahrungsräumen. In geschützter Atmosphäre können digitale Anwendungen ausprobiert, Fragen gestellt und Unsicherheiten abgebaut werden. Im Workshop stellen wir Struktur, didaktische Leitideen und organisatorische Umsetzung dieses Ansatzes vor, probieren selbst aus und diskutieren, wie so digitale Souveränität gestärkt statt Defizite betont werden. Gemeinsam entwickeln wir Transferideen für unterschiedliche kommunale und institutionelle Kontexte.

 

Förderhinweis: Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Rahmen des Smart City Dialoges

 

Markus Haas, Volkshochschulverband Baden-Württemberg

Digitale Gesundheitskompetenz ist wichtig für alle Bürgerinnen und Bürger. Sie ist aber gleichzeitig ungleich verteilt. Im Projekt „gesund und digital vor Ort“ haben wir Konzepte zur Förderung der Digitalkompetenz entwickelt und bringen sie in aufsuchenden Formaten vor Ort. Im Workshop berichten wir von unseren Erfahrungen und entwickeln zusammen aus den verschiedenen Erfahrungen weitere Lösungsansätze.

Alexander Engel, BAGSO

 
Künstliche Intelligenz (KI) ist nicht nur in aller Munde, sondern längst Teil unseres Alltags. Sie begegnet uns in Sprachassistenten, in Chatbots auf kommunalen Webseiten, in smarten Haushaltsgeräten, Gesundheitsanwendungen oder ganz allgemein: im Internet. KI kann das Leben erleichtern, die Selbstständigkeit im Alter stärken und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Zwischen Hype und realem Mehrwert liegt aber oft eine große Lücke. 

Der Workshop schafft daher eine gemeinsame begriffliche Grundlage und ordnet ein, was wir unter KI verstehen, welche Formen verbreitet sind und wo tatsächliche Möglichkeiten und Grenzen liegen. Darauf aufbauend beleuchten wir die Bedeutung von KI im Kontext des Älterwerdens – mit Blick auf konkrete Anwendungsfelder, Unterstützungs­potenziale sowie auf Risiken wie Desinformation, Datenschutzfragen oder Fehlinterpretationen. Im Fokus steht dabei die Vermittlungspraxis: Erprobte Ansätze und typische Herausforderungen in der Bildungsarbeit mit älteren Menschen werden gemeinsam erarbeitet und diskutiert.

Das Kompetenznetzwerk KI & Alter (KoKIA) führt Akteure aus Bildung, Praxis, Forschung, Entwicklung und Wirtschaft systematisch zusammen. Ziel ist es, alltagsnahe KI-Anwendungen sowie Bildungs- und Beteiligungsformate zu fördern, die älteren Menschen einen informierten, sicheren und selbstbestimmten Umgang mit KI ermöglichen. Auf der Website www.ki-und-alter.de werden verständliche Informationsmaterialien und Handreichungen zu aktuellen Entwicklungen zum Thema Künstliche Intelligenz gebündelt. 

 

Förderhinweis: Das Kompetenznetzwerk KI & Alter wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

Cornelia Bauer und Hans Vogl, ki-entspannt

Der Workshop vermittelt praxisnahe Zugänge zur Vermittlung von Künstlicher Intelligenz in Bildungsangeboten für ältere Lernende. Ausgangspunkt sind Erfahrungen aus realen Vorträgen und Workshops mit der Zielgruppe 60+, in denen KI niedrigschwellig und alltagsbezogen erklärt wird.

Die Teilnehmenden lernen ausgewählte KI-Anwendungen kennen, die sich sowohl zur Demonstration im Unterricht als auch zur eigenen Kursvorbereitung eignen. Vorgestellt werden beispielhaft textbasierte KI-Anwendungen, kreative Einsatzmöglichkeiten sowie unterstützende Werkzeuge zur Strukturierung von Unterrichtsinhalten (z. B. Notebook LM).

Im Fokus stehen didaktische Fragen der Erwachsenenbildung: Wie können KI-Themen verständlich vermittelt werden? Welche Beispiele eignen sich für ältere Lernende? Wie lassen sich Chancen und Risiken von KI ausgewogen darstellen?
Der Workshop verbindet Demonstration, Erfahrungsaustausch und Impulse für die eigene Unterrichtspraxis.

Informationen zur Exkursion zum Digital.KIOSK:

Der Digital.KIOSK wurde von der Landeshauptstadt Hannover eingerichtet und informiert über bestehende digitale Angebote, Lernformate und smarte Projekte der Landeshauptstadt. Er lädt Ältere ein, in einem unterstützenden Umfeld digitale Kompetenzen auszubauen, Fragen zu klären und neue Technologien ganz in Ruhe kennenzulernen. Ob Smartphone, Tablet, Laptop, Linux, 3D‑Druck, Virtual Reality oder technische Assistenzgeräte – der Digital.KIOSK begleitet die Bürgerinnen und Bürger beim Entdecken neuer Möglichkeiten, stärkt digitale Souveränität und macht den Einstieg in die digitale Welt leichter und selbstverständlicher.

 

In Kooperation mit der Niedersächsischen Landesmedienanstalt, der Landeshauptstadt Hannover und der Kreisvolkshochschule Helmstedt

Münch, Steffen

0511 300330-345

muench@aewb-nds.de

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