Fachtagung "Rolle vorwärts: Rollenzuschreibungen im Migrationskontext"

Fachtagung "Rolle vorwärts: Rollenzuschreibungen im Migrationskontext"

Dienstag, 29.10.2019, FORUM St. Joseph, Hannover

Im täglichen Leben nehmen Menschen nahezu selbstverständlich unterschiedliche Rollen an – sie sind Mutter und Partnerin, Kunde und Mitarbeiter, Helferin und Opfer. Diese Rollen liegen nicht selten konträr zueinander und sind schwer vereinbar. Oft sucht man sich die Rollen nicht aus, vielfach werden sie zugeschrieben oder man wird hineingedrängt.

Migrant*innen stehen zudem vor der besonderen Herausforderung, dass ihnen einerseits schnell feste Rollen zugeschrieben werden, z.B. eben als Migrant*in oder als Geflüchtete*r. Andererseits müssen sie Rollenkonflikte auch noch über kulturelle Grenzen und bestehende Machtasymmetrien hinweg verhandeln.

In einem partizipativen, abwechslungsreichen Format beschäftigt sich diese Fachtagung mit dem Themenkomplex „Rollenzuschreibung im Migrationskontext“. In Workshops, Vortrag und Fishbowl stehen Themen wie Geschlechterrollen, Sexualität, Rollenwandel im Migrationsprozess und die Rolle als Geflüchtete*r im Mittelpunkt.

Wir laden alle am Thema Interessierten (Bildungsverantwortliche, Dozent*innen u.a.) zu unserer jährlichen Fachtagung im Kontext „Flucht und Migration“ ein und freuen uns auf einen spannenden Austausch mit Ihnen!

Programm

10:00 Uhr      Ankommen

10:30  Uhr     Begrüßung 

10:45 Uhr      Fishbowl: Wie geht die Rolle vorwärts?

12:15  Uhr     Mittagspause

13:00  Uhr     Workshops

Workshop 1: „Berge, Berge – eine kreative Begegnung“

Mustafa Akça, Leiter des interkulturellen Projekts »Selam Opera!«, Komische Oper Berlin

Es bringt Freude und ist inspirierend die musikalischen Traditionen anderer Kulturkreise kennenzulernen. Allzu rasch aber tritt man in die „Exotismusfalle“.

Um gemeinsam wirklich neue künstlerische Wege beschreiten zu können, ist eine ausgeglichene Beteiligung der betreffenden Kulturen unumgänglich.

Bei diesem kurzknackigem und praxisbezogenem Workshop-Format wird in kleineren Gruppen gearbeitet und sicherlich in interkulturelle Fettnäpfchen getreten.

Diese wird sich die Gruppe gemeinsam anschauen und diskutieren, um sie in Zukunft zu vermeiden.

Das Motto lautet „learning by Fehlermachen“.

Workshop 2: Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt spielend diskutieren

Juliette Wedl, Braunschweiger Zentrum für Gender Studies

Das diskussionsreiche Lehr-Lernspiel „Identitätenlotto. Ein Spiel quer durchs Leben“ bringt neben Gender- und Diversitywissen verschiedene Themen rund um Identität und Gesellschaft auf den Tisch. Dabei vermittelt es auch Wissen über sexuelle Vielfalt. Mit einer neuen, zufällig gezogenen Spielidentität anhand der Differenzkategorien Geschlecht, sexuelle Orientierung und ethnisch-nationale Herkunft werden verschiedene Lebensthemen durchlaufen und so das Leben aus einer anderen Perspektive betrachtet. Ziel des Workshops ist es, über den Spielimpuls in den Austausch über Identitäten, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sowie Stereotype und Diskriminierungen zu gehen.

Workshop 3: Was sehen wir (nicht)? Rollenzuschreibungen an Migrant*innen in der Einwanderungsgesellschaft

Ajsche Al-Molla, Koordinierungsstelle frau + wirtschaft, Nienburg

Hasna Haidar, Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft im Weserbergland, Schwerpunkt "Integration geflüchteter Frauen"

Manfred Brink, G mit Niedersachsen – Bildungs- und Beratungsstelle, VNB e. V.

Migrationserfahrung? Ja! Männlich, weiblich, divers? Je nach Antwort auf diese Frage scheint für die sogenannte „Mehrheitsgesellschaft“ damit schon vollkommen klar zu sein, welche Rolle Migrant*innen in Deutschland (nicht) spielen sollen. Die Geschlechterrollenzuschreibungen an Migrant*innen sagen wenig bis gar nichts über sie aus; dafür umso mehr über die Zuschreiber*innen und die gesellschaftlichen Gesamtstrukturen.

Mit welchen Haltungsgrundsätzen können wir diesen Zuschreibungen begegnen? Und wie können Gender- und Vielfaltssensibilität in Migrationskontexten hilfreich sein, um gender- und migrationsspezifischen Benachteiligungen entgegenzuwirken?

Impulshaft bietet der Workshop zu diesen Fragen ein Forum für (Selbst-)Reflexion, Diskussion und Visionen.

Workshop 4: Geschlechtsbezogene Arbeit mit Jungen* und Männern* - Wie erkennen und durchbrechen wir die Macht der Zuschreibung?

Olaf Jantz, mannigfaltig e.V. – Institut für Jungen und Männerarbeit; „Hilfen für männliche* Geflüchtete"

In diesem Workshop wird der Zugang einer transkulturellen Jungen* und Männerarbeit vorgestellt und diskutiert, wie sich dieser in den eigenen pädagogischen Alltag übersetzen lässt. Es wird herausgearbeitet, wie es möglich ist, mit Jungen*, männlichen* Jugendlichen und (jungen) Männern* sowohl an Männlichkeitskritik als auch Rassismus unterstützend und nachhaltig zu arbeiten.

Es werden Veränderungspotentiale aufgezeigt, die den eigenen Arbeitsalltag erleichtern (können). Insbesondere wird der Frage nachgegangen, wie die Balance aus Stärkung des Empowerments für Teilhabeprozesse und Konfrontation für unsoziales/unproduktives Handeln gelingen kann.

14:30  Uhr     Kaffeepause

15:00  Uhr     Vortrag und Diskussion

„Immer einen festen Job – wie Rollenzuschreibungen meinen Alltag sichern“ Mustafa Akça, Leiter des interkulturellen Projekts »Selam Opera!«, Komische Oper Berlin, Mitglied im Rat für Kulturelle Bildung

16:00  Uhr     Abschluss

16:15 Uhr      Ende der Veranstaltung

 

Weitere Informationen finden Sie im Flyer. Anmelden können Sie sich auch direkt hier  in unserer Online-Datenbank.

da Silva, Saskia

0511 300330-341

da-silva@aewb-nds.de

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