Fachtagung "Künstliche Intelligenz" 06.03.2020

Fachtagung "Künstliche Intelligenz" 06.03.2020 in Hannover

Ort: Ada- und Theodor-Lessing-VHS Hannover, Burgstraße 14, 30159 Hannover

Was hat künstliche Intelligenz mit Bildung und Lernen zu tun?

Wie stehen wir zu den durch KI entstehenden Möglichkeiten?

Diesen Fragen widmen wir uns auf der Fachtagung.

Es werden Möglichkeiten vorgestellt, wie Künstliche Intelligenz und Lernen zusammengehen könnten. Nach einer grundsätzlichen Einführung ins Thema werden in Workshops Projekte aus Wissenschaft und Praxis vorgestellt, die Möglichkeiten, die durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz entstehen können, anschaulich darlegen. In der sich anschließenden Podiumsdiskussion können unter anderem folgende zentrale Fragen diskutiert werden:

  • Was bedeuten diese Möglichkeiten für die Lernenden und die Lehrenden?
  • Wie setzen wir Aspekte wie Autonomie und Handlungsorientierung in den Lernsettings um?
  • Oder bestimmen uns künftig Algorithmen, die vielleicht schon unseren optimalen Lernweg kennen?
  • Welche Auswirkungen kann der Einsatz Künstlicher Intelligenz für unser gesellschaftliches Miteinander haben?
  • Welche Haltung nehmen wir zu den Möglichkeiten der Digitalisierung durch Künstliche Intelligenz ein?

Teilnahmebeitrag: 59,00 EUR (inkl.Imbiss)

Eine direkte Anmeldung ist hier möglich.

Eine schriftliche Einladung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Ablauf

10:00 Uhr Anreise, Kaffee

10:30 Uhr Begrüßung

Prof. Dr. Gerhard Wegner (Vorsitzender nbeb)

Dr. Martin Dust (Geschäftsführer AEWB)

Moderation: Joachim Sucker (Digitalisierung und Erwachsenenbildung, Macher des „Ich-MOOCs“)

11:00-12:00 Uhr Impulsvortrag

Künstliche Intelligenz (KI) meint die Digitalisierung menschlicher Wissensfähigkeiten. KI ist der Versuch, Leistungen, für die der Mensch Intelligenz benötigt, auch durch Computer erbringen zu lassen. Das Ziel: dem Menschen physische oder kognitive Assistenzfunktionen anzubieten.

Aber wird über herausragende KI-Erfolge öffentlichkeitswirksam berichtet (1997: Schach, 2011: Jeopardy, 2016: Go, 2017: Poker), fremdelt das menschliche Selbstverständnis mit seinen Kreationen. Skepsis und Hoffnung befeuern sich wechselseitig: Überholt uns die Eigendynamik der weltweit entfesselten digitalen Kreativität? Hilft KI bei der Lösung der drängendsten Probleme unserer Zeit?

KI ist in vielen Anwendungen wünschenswert, in manchen lebensrettend. KI kann Menschen konstruktiv unterstützen, aber nicht kreativ ersetzen. Aktuelle KI-Anwendungen ermöglichen Diagnoseunterstützung für Ärzte, effizientere Abläufe im Unternehmen, Entlastung von monotonen Arbeitsroutinen, neue Formen der Mobilität, neue Services und Geschäftsmodelle, neue Consumer Electronic Produkte. Aber die Vielfalt der neuen Werkzeuge führt noch nicht zu einer allgemeinen KI, einem Ganzen, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Nutzen und entwickeln sollten wir diese reichhaltigen Chancen von „Multiplicity“, das Konzept von „Singularity“ sollte man nicht vergessen, kann man diskutieren, aber es sollte eher Gegenstand von Romanen und Drehbüchern bleiben.

KI hat viel Potenzial, aber der gesunde Menschenverstand ist unschlagbar. Menschen sind Meister, Komplexität zu reduzieren und dann das Richtige zu tun. Wir haben eine Meisterschaft, die wir meisterlich unterschätzen.

 

Reinhard Karger (1961), M.A., studierte theoretische Linguistik und Philosophie in Wuppertal, war Assistent am Lehrstuhl Computerlinguistik der Universität des Saarlandes, wechselte 1993 zum Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI, in Saarbrücken. Seit 2011 ist er Unternehmenssprecher des DFKI.

Reinhard Karger war über zehn Jahre Mitglied der Jury des "Ausgezeichnete Orte”-Wettbewerbs und ist seit Juni 2019 Botschafter von "Deutschland - Land der Ideen”. Von Mai 2014 bis Juni 2017 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI). Seit Februar 2017 ist er MINT-Botschafter des Saarlandes und im März 2018 wurde er zu einem der 100 Fellows des Kompetenzzentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes ernannt.

Nach der allgemeinen Einführung in das Thema "Künstliche Intelligenz" folgen drei Workshops. Die anschließende Podiumsdiskussion kann und soll auf der Basis der Inputs geführt werden.

12:15 - 13:00 Uhr Workshop Slot 1

Die Beiträge sind für die Zielgruppe der Lehrenden, Pädagog/-innen und Führungskräfte aus der Erwachsenenbildung, also mehrheitlich fachfremde Personen, verständlich.

Dr. Nicolas Großmann, DFKI, TU Kaiserslautern

Sensoren erlauben die Erfassung des Leseverhaltens und des kognitiven Zustandes der Lernenden und können etwa bei erhöhter Belastung oder Überanstrengung individuelle Vorschläge zur Erhöhung des Lernerfolges machen. Die Teilnehmer können selbst testen wie man mit Hilfe von Eye-Tracking-Technologie das Leseverhalten analysieren und basierend darauf individuelle Lernhilfen geben kann.

Prof. Dr. Jens Lüssem, FH Kiel

Intelligente Roboter in der Altenpflege: Welche Kompetenzen benötigt das Pflegepersonal im Umgang mit KI?

Forschungsteams der Universität Siegen und der Fachhochschule Kiel setzen seit mehr als zwei Jahren humanoide Roboter regelmäßig in Pflegeeinrichtungen ein mit dem Ziel einer physischen wie auch kognitiven Aktivierung von demenziell erkrankten Bewohnern/innen.

Der Roboter passt sich bei den Apps zur kognitiven Aktivierung an den jeweiligen Bewohnerinnen und Bewohner an, um adäquat auf deren/dessen Bedürfnisse reagieren zu können. Der Einsatz dieses zusätzlichen Akteurs bedeutet aber auch eine Steigerung der Komplexität des Gesamtsystems – daher soll die KI-Komponente dazu genutzt werden, den Pflegekräften das Erlernen des Umgangs mit dem Roboter zu vereinfachen. So bietet der Roboter den Pflegekräften die zu der Situation passenden Apps zur Aktivierung an.

 

 

Prof. Dr. Ralph Ewerth, TIB Hannover

Das Internet mit seinen multimedialen Online-Ressourcen wie Texten, Bildern und Videos wird sehr oft genutzt, um etwas zu lernen, sei es im Alltag, in Schule und Hochschule, oder im Berufsleben. Doch Lernprozesse sind individuell und unterschiedliche Lernaufgaben bringen spezifische Anforderungen bei der Suche nach Informationen, deren adäquaten medialen Aufbereitung, sowie der kognitiven Verarbeitung durch die Lernenden mit sich. Ein detailliertes Verständnis der Lernprozesse aus psychologischer Sicht, welches Kognitions- und Verhaltensaspekte klärt, ist unverzichtbar. Weiterhin zeigt sich, dass Videos eine immer größere Bedeutung beim Lernen im Web zukommen. Doch wie können Suchmaschinen Lernprozesse im Web besser unterstützen, und zum Beispiel lerndienliche (multimediale) Materialien empfehlen, basierend auf dem Wissensstand der Nutzer*innen? Wie kann man wiederum den Wissensstand und das Lernziel der Nutzer*innen automatisch erkennen?

In dem interdisziplinären Projekt SALIENT erforschen Psychologinnen und Psychologen und Informatikerinnen und Informatiker die Grundlagen des informellen Lernens mit Multimediadaten im Web und mögliche Formen der automatischen Lernunterstützung. In dem Vortrag werden der Stand der Forschung sowie erste Projektergebnisse vorgestellt. Außerdem werden erste Studien im Zusammenhang mit dem TIB AV-Portaldas ein Portal für wissenschaftliche Videos ist, berichtet. Diese Studien sollen die Grundlagen schaffen, um dem Lernen dienliche Funktionalitäten und Benutzerführung für das TIB AV-Portal zu entwickeln und dort zu integrieren.

Weitere Informationen: 

www.tib.eu/de/forschung-entwicklung/projektuebersicht/projektsteckbrief/salient/

www.tib.eu/de/service/aktuelles/detail/wie-nutzen-wir-suchmaschinen-um-etwas-zu-lernen-neues-interdisziplinaeres-projekt-zu-search-as-lea/

Phil Höfer, SUMA-EV

Regelmäßig wird über die Möglichkeiten und Risiken beim Einsatz von KI diskutiert, obwohl dessen generelle Arbeitsweise kaum bekannt ist. Dieser Workshop zeigt die Funktionsweise von KI jenseits aller Mythen auf und führt zu einem grundlegenden Verständnis der Technologie. Vortrag und praktisches Experiment lösen einander ab.

13:00 Uhr Mittagspause

13:45 - 14:30 Uhr Workshop Slot 2

14:45 - 15:30 Uhr Workshop Slot 3

Kaffeepause

15:45 - 16:45 Podiumsdiskussion

mit den Referenten des Tages

16:45 Uhr Vereinbarungen zur Weiterarbeit

17:00 Uhr Ende

Die Fachtagung wird von der Stiftung Niedersachsen unterstützt und finanziell gefördert.

Wenzel, Dagmar

0511 300330-312

wenzel@aewb-nds.de

Digitalisierung, Team Politik und Gesellschaft